Dafür setzen wir uns in der Stadt Luzern ein:
Die IG Nachhaltiger Tourismus strebt ein Gleichgewicht zwischen Tourismus und Interessen der Bevölkerung an. Nur so bleibt die Stadt lebendig und der Tourismus langfristig attraktiv. Es braucht einen Tourismus in Balance! Die touristischen Angebote müssen gesellschaftlich und ökologisch nachhaltig und sozial verträglich gestaltet werden. Aktuell drohen durch den Overtourismus höhere Mieten, Verkehrschaos und Verdrängung der Anwohner:innen. Dagegen wehren wir uns überparteilich und unabhängig – miteinander statt gegeneinander.
Initiative Luzerner Tourismus in Balance
Mit unserer lancierten Initiative, die sich an eingeführten Regelungen in der Tourismus-Metropole Amsterdam orientiert, schlagen wir eine Obergrenze für die Anzahl Hotelbetten, berechnet nach Hotelkategorie, vor. Damit wollen wir die Stadt die Lebensqualität erhalten und Überlastungen in Spitzenzeiten vermeiden. Neubauten bleiben möglich, wenn diese in Bezug auf Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und städtebaulicher Integration einen nachweislichen Mehrwert gegenüber dem ersetzten Hotel bieten. Mit der Initiative soll insbesondere das Umgehen des Reglements über die Kurzzeitvermietung durch “Pseudo-Hotels” vermieden werden.
Verkehr im Einklang mit der Bevölkerung
Eine vorausschauende Verkehrspolitik schafft Lebensqualität für die Bevölkerung und sorgt gleichzeitig für einen attraktiven Aufenthalt von Besucher:innen. Ziel ist es, den Verkehr in Luzern so zu gestalten, dass er effizient, nachhaltig und im Einklang mit diversen Bedürfnissen funktioniert.
An zentralen Plätzen wie dem Schwanenplatz, Löwenplatz und Kasernenplatz ist der aktuelle Car-Verkehr eine spürbare Herausforderung. Die Cars bringen vor allem Tagesgäste in die Stadt, während längere Aufenthalte für einen nachhaltigen Tourismus besonders wertvoll wären. Auch die kürzlich eingeführte Gebühr hat die Situation nur begrenzt entspannt. Häufig werden für Haltebereiche Bushaltestellen und Strassenränder genutzt, was den Verkehrsfluss beeinträchtigt.
Um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen, schlagen wir deshalb eine Plafonierung der Anzahl Cars bei maximal 100 Cars pro Tag vor. Eine solche Obergrenze ist auch in der Vision Tourismus Luzern 2030 vorgesehen und ermöglicht eine nachhaltige Entspannung der Verkehrssituation. Gleichzeitig könnten Freiräume durch eine Umgestaltung und Aufwertung öffentlicher Plätze ermöglicht werden. Davon profitieren sowohl Tourist:innen als auch Luzerner:innen.
Damit auch die Bevölkerung profitiert
Die Stadt Luzern zahlt jährlich 550’000 Franken an die Luzern Tourismus AG. Auch die Kurtaxeneinnahmen in der Höhe von knapp 4 Millionen Franken gehen an die LT AG. Wir fordern, dass diese Gelder auch der Bevölkerung zugute kommen. Die Kurtaxeneinnahmen sollen nicht nur einer Tourismusorganisation übertragen werden, die Stadt soll mit dem Geld Mehrwerte für Tourist:innen und Luzerner:innen selber und direkt gestalten. Das ist nach kantonalem Recht erlaubt und ermöglicht eine ausgeglichene und zielgerichtete Nutzung des touristischen Mehrwerts. Der Tourismus-Profit soll allen zugutekommen.
Co2-Verbrauch kompensieren
In Venedig wird gezielt eine Eintrittsgebühr verlangt, welche nur bei Tagestourist:innen erhoben wird. Diese bezahlen, anders als Übernachtungsgäste, keine Kurtaxe. Luzern soll, aufbauend auf analogen Überlegungen in Zermatt, eine Tageskurtaxe in der Höhe von drei Übernachtungskurtaxen (z. B. für die Altstadt) erheben. Damit können entstehende Kosten gedeckt und kreative Projekte finanziert werden, die aktuell von Steuergeldern bezahlt werden müssen. Gleichzeitig könnte die Kurtaxe dazu dienen, den Co2-Verbrauch vom Tourismus zu kompensieren. Auch hier sollen alle und nicht nur einzelne Uhrenläden am Schwanenplatz vom Tourismus profitieren.
Regionaler Tourismus stärken statt Übersee-Werbung subventionieren Luzern hat genügend Tourismus. Umso unsinniger ist es, dass die Tourismuslobby Millionen ausgibt, um Tourist:innen aus Überseeregionen nach Luzern zu locken. Der Leistungsauftrag mit Luzern Tourismus muss entsprechend angepasst werden. Entsprechend muss der Leistungsauftrag von Luzern Tourismus angepasst werden.. Statt für Messeauftritte im Ausland, Influencer aus und der ganzen Welt und Werbeverträge mit ausländischen Promis, kann das Geld zur Bewältigung der negativen Auswirkungen des Over-Tourismus verwendet werden.
Schlupflöcher bei Airbnb’s verhindern
Das 2025 eingeführte Reglement über die Kurzzeitvermietung ist ein wichtiger Schritt, um die Verdrängung von Wohnraum durch mehr Rendite bringende Airbnb-Angebote zu verhindern. Gleichzeitig entstehen in Luzern fortlaufend neue Appartments, etwa durch Umnutzungen (z. B. von Büroräumen), Aufstockungen und Neubauten auf der grünen Wiese, die bislang nicht vollständig unter die Beschränkungen fallen. Wir setzen uns dafür ein, dasReglement weiter zu stärken: Kurzzeitvermietungen sollen nur in Wohnungen möglich sein, in denen eine Person ihren Hauptwohnsitz hat. So wird dem ursprünglichen Konzept von Airbnb, das Vermieten von einem übrigen Zimmer, Rechnung getragen.
Mitspracherecht für die Bevölkerung
Der Tourismus betrifft die Luzerner:innen direkt. Deshalb engagieren wir uns für niederschwellige und breit abgestützte Mitwirkungsmöglichkeiten für die Bevölkerung. Um Meinungen zu sammeln, wollen wir ein neues, sinnvolles Gefäss lancieren. Die partizipativ angeleiteten Möglichkeiten sollen auf einer Bottom-Up-Perspektive beruhen und die verschiedenen Akteure (z. B. Altstadt-Bewohner:innen, Nachbar:innen, Quartiervereine, Vertreter:innen aus Sport, Kultur, der Gastronomie und der Hotellerie) einbinden. Zentral ist, dass die Inputs ernst genommen und folgend auch aktiv umgesetzt werden.
